10. Oktober 2014 - Herbsthoagarten

Am 10. Oktober war es wieder soweit! Die Volksmusikfreunde Geisenbrunn luden wieder zum Hoagarten, um einmal mehr musikalisch bunt den Herbst willkommen zu heißen. Alle eingeladenen Gesangs- und Musikgruppen – es waren diesmal die Familienmusi Seiwald aus Mutters in Tirol, der Familien-Dreigsang Rehm aus Garmisch-Partenkirchen, die Rimstinger Sänger und die Geigenmusi Familie Edtmayer aus Chieming – folgten dem Ruf zu diesem musikalischen Stelldichein nach Geisenbrunn.
Diesmal war es ein ganz besonderer, nämlich der 60. Hoagarten. Wenn man auf ein solches Jubiläum mit einer so großartigen Tradition zurückblicken kann, gilt es – wie der 1. Vorsitzende Dr. Horst Karmann bei seiner Begrüßung betonte – eine Person, unseren Ehrenvorstand Fritz Böhm besonders zu erwähnen, dem wir diese stolze Veranstaltungsreihe verdanken, wenigstens mitverdanken, – Wir erinnern uns auch: Unser ehemaliges Ehrenmitglied Anni Sedlmayr hat dazu den entscheidenden Impuls gegeben! – als er vor 30 Jahren erstmals die Hoagarten-Veranstaltungen mit Leben erfüllte.

Familiendreigsang Rehm
Unvergesslich bleibt der aus Funk und Fernsehen bestens bekannte Familiendreigsang Rehm, bestehend aus der strahlend charmanten Elisabeth Rehm und ihren Eltern Hildegard und Waggi mit ihren glockenklaren Stimmen. Zu Gehör gebracht wurden eine Reihe von ausgewählten Liedern aus dem Gebirgs- und Almenleben, unnachahmlich immer wieder zwischen den Strophen Jodler-Refrains oder dann nach den Liedern einen gesanglich anspruchsvollen Jodler „draufgesetzt“. Die Begeisterung beim Publikum war entsprechend groß, als sich Elisabeth abschließend – sozusagen nach den letzten Jodlertönen – mit einem zarten und doch kräftigen Juchezer liebevoll verabschiedete.
 Familie Seiwald
 Die Tiroler Familie Seiwald sorgte durch ihre mehrfach instrumentale Besetzung beim Publikum für Begeisterung, sei es als schmissige Tanzlmusi mit der herausragenden Flötenspielerin Martina, als Harfentrio, das ebenso tosenden Applaus einheimste oder als Familienmusi mit manchmal lieblicheren Tönen einer Stubenmusi. Das hohe musikalische Können macht sich bei jedem einzelnen Familienmitglied bemerkbar, ist doch der jüngste Spross Josef mit seinen elf Jahren auch schon ein bemerkenswerter Musikant. Ein Highlight war außerdem die selbstkomponierte Otto-Zangerl-Polka des 15-jährigen Jakob, die er dem bekannten österreichischen Harfenbauer gewidmet hat, von dem Jakob in seinen Anfängen als Harfenspieler durch seine Instrumentenbetreuung begleitet wurde. Mit Bewunderung lauschte man dem herrlichen Harfenspiel (neben Jakob der Bruder Josef und Vater Christian) bei der hier besonders geforderten anspruchsvollen Virtuosität. Erwähnenswert sei noch die Schlernhexn-Polka, schon vom Titel her eine typisch südtiroler Komposition, mit der sich die Familienmusi Seiwald verabschiedete. Auch hier kam das frohe und lustige, das spritzige und erhebende Gefühl im Spiel vor allem durch die Harfen zur Geltung.
Familie Edtmayer
Die Geigenmusi Familie Edtmayer, der Vater Alois mit der Ziach und die Mutter Gitti mit der Gitarre begleiteten das schmissige Geigenspiel der drei Töchter Elisabeth, Johanna und Franziska, strahlten so eine bemerkenswerte Harmonie des gemeinsamen Musizierens aus. Beispielsweise beim Boarischen „Für d‘ Marion“ spürte man förmlich in der getragenen und gefällig hübschen Interpretation durch das Geigenspiel die in die Melodie gelegte Zuneigung.
Hans Piesenecker
Das berühmte „Tüpfelchen auf dem i“ war wieder einmal der Sprecher und Moderator Hans Piesenecker aus München, der brillant humorvoll und zugleich zutiefst herzlich durch den Abend führte. Er ist ja den Geisenbrunnern kein Unbekannter, war er doch diesmal bereits das vierte Mal hier. Und Hans Piesenecker traf wieder genau den Geschmack des Publikums: hinterkünftig aber voller Herzlichkeit sein Witz, mitten aus dem Leben gegriffen seine lustigen Anekdoten, Verse und Geschichten und absolut treffsicher seine zündenden Pointen.
Rimstinger Sänger
Die Rimstinger Sänger, vier gestandene Mannsbilder, Christian und Hannes aus Gstaad sowie Markus und Raimund (der den Gesang mit Gitarre begleitete) aus Rimsting, teilweise auch verwandtschaftlich verbunden, begeisterten mit ihren kräftigen Stimmen. Ein herrlicher Männergesang, der jedes ihrer ausgewählten Lieder, sei es ein Jagerlied, ein Liabslied oder ein Jodler, immer voller Charme und Witz zum Besten gaben.
Dr. Horst Karmann
Noch beeindruckt von den schönen Melodien der echten bayerisch-alpenländischen Volksmusik sprach Dr. Horst Karmann bei seinen abschließenden Worten des Dankes an alle Akteure von einer an diesem Abend erlebten „Sternstunde“ der Volksmusik. Und auch als die Veranstaltung schon längst beendet war, stimmten die verbliebenen Zuhörer immer noch sehr positiv, offensichtlich durch das Echo der vernommenen herrlichen Melodien. Auch die weitere Resonanz bestätigt diese ersten Eindrücke und stärkt die Freude auf kommende Volksmusikabende in Geisenbrunn.
Blick ins Publikum
Blick auf die Bühne
Bereits vor Wochen zeichnete sich an der regen Kartennachfrage ab, dass dieser Hoagarten ein ganz besonderer werden würde. Und es sollte sich bewahrheiten, schon deshalb, weil sich wieder sehr viele Gäste aus Nah und Fern die Ehre gaben und für ein restlos ausverkauftes Haus sorgten. Mit besonderer Freude konnte Dr. Karmann als Vertreter der Gemeinde Gilching den gerade amtierenden Bürgermeister Michael Fink (in Vertretung des erkrankten 1. Bürgermeisters Manfred Walter) begrüßen. Martin Fink ist gleichzeitig Vorstand des Fördervereins Geisenbrunn-Argelsried, der die gemeindliche Einrichtung des Veranstaltungsortes hier umsichtig und sehr erfolgreich verwaltet. Wieder mit viel Liebe und Sorgfalt wurden die Gesangs- und Musikstücke ausgewählt und in einem vom Publikum vertrauten und geschätzten Programmblatt zusammengestellt. Der Hoagarten stand diesmal ganz im Zeichen der Familienmusik. Und um es gleich vorwegzunehmen: Die dahingehend hoch gesteckten Erwartungen an den Familiennachwuchs wurden wieder einmal bravourös übertroffen. Es zeigte sich einmal mehr, welch großartige Leistungen sich bei jungen Sängern und Musikanten aus der Familie, der „Wiege des Musizierens“ ergeben.

 


 

25. April 2014 - Frühjahrshoagarten

Zum diesjährigen Frühjahrshoagarten im ausverkauften Saal der Gaststätte Geisenbrunn, dem bereits 59. Hoagarten der örtlichen Volksmusikfreunde, waren die Hochberghauser Tanzlmusi, die Fasanerieer Raffelemusi, die Grünwalder Sängerinnen, das Harfenduo Andrea und Angelika aus Eurasburg und der Gilchinger Dreigsang eingeladen. Zum Auftakt spielte die Hochberghauser Tanzlmusi aus dem Landkreis Starnberg die schneidige „Loferer Polka“.

Horst Karmann
Es folgte eine herzliche Begrüßung des Publikums und der Akteure auf der Bühne durch den 1. Vorstand Dr. Horst Karmann. Eine eingehende Vorstellung der einzelnen Musik- und Gesangsgruppen blieb dem Sprecher Willi Großer vorgehalten, der im Laufe des Abends immer wieder interessante Details und Internas über die Sänger und Musikanten so ganz nebenbei dem Publikum näher brachte.
Willi Grosser
Willi Großer aus Starnberg, der beliebte, durch Funk und Fernsehen bekannte und gern gehörte Sprecher führte mit seiner klangvollen und vertrauten Stimme gewohnt charmant und humorvoll durch den Volksmusikabend; er war diesmal bereits zum 8. Male in Geisenbrunn. So stand die musikalisch wie prosaisch abwechslungsreiche Veranstaltung wieder ganz im Zeichen einer farben- und lebensfrohen Frühlingsstimmung.
Fasanerier Raffelemusi
 Die Fasanerieer Raffelemusi stellte sich mit dem „Oberdorfer Raffele-Marsch“ vor. Diese Musikgruppe um Peter Bogner aus einem Stadtteil von München spielte in dieser Formation erstmals in Geisenbrunn. Es war interessant von der Herkunft des „Raffeles“, dem Vorgängerinstrument der heutigen, so beliebten Zither zu erfahren. Scherzhaft nannte Willi Großer dieses Instrument eine „Sparzither“. Doch die Musikanten bewiesen durch ihr besonders schwungvolles und schmissiges Raffele-Spiel mit Gitarrenbegleitung mehr als das Gegenteil, was immer wieder vom Publikum durch kräftigen Applaus zum Ausdruck kam.
Grünwalder Sängerinnen
Die feschen Grünwalder Sängerinnen Maria, Renate und Andrea, von Waltraud Jauß mit der Harfe begleitet, waren eine echte Bereicherung. Mit ihren wunderbar klaren und feinen Stimmen brachten sie ihre Gsangsstückl, wie z. B. „Und i woaß net amal, wias hoaßt, des schö Tal“ oder das Walzerlied „Ja weil du so schö tanzn kannst“, besonders einfühlsam zu Gehör und vermittelten Gefühle des Frühlingserwachens.
Willi Grosser
Ein brillanter Willi Großer begeisterte immer wieder mit seinen liebevoll ausgewählten und zu dem musikalisch Dargebotenen passenden Geschichten, Gegebenheiten und Anekdoten, besonders auch aus früheren Zeiten – köstlich z. B. aus den Ersteigungsgeschichte von Wilhelm Dieß der Auszug aus „Ewige Rauferei“! Nicht selten musste er innehalten, wenn sich das Publikum lauthals amüsierte und herzhaft Beifall klatschte.
Harfenduo
Einen weiteren musikalisch glänzenden Mosaikstein bildete im Geisenbrunner Frühjahrshoagarten das Harfenduo Andrea und Angelika aus Eurasburg im Loisachtal. Die beiden hübschen Musikantinnen an den Harfen faszinierten das aufmerksame und verständnisvolle Publikum mit ihrem exakten Spiel. Besonders den von Angelika Huber selbst komponierten Stückln, z. B. die „Schlossberg Weis“ und der Walzer „Am Altwasser“, lauschten die Zuhörer fast andächtig.
Guichinger Dreigsang
Der Gilchinger Dreigsang mit Leonhard Schlögl, Manfred Setzmüller und Thomas Lallinger mit der Zitherbegleitung von Michael Sedlmair war als „Hausgsang“ wieder mit von der Party. Diese Gesangsgruppe ist in Geisenbrunn immer gern gesehen und begeisterte auch dieses Mal die Volksmusikfreunde. Leonhard hatte noch die Idee, bei ihren Liedern die instrumentale Begleitung noch zu verstärken und holte sich kurzerhand den Gitarrenspieler Leo Schulz von den Hochberghausern mit dazu. Bei dem lustigen Lied „Du alte Rumpumpel“ spielte gar die gesamte Besetzung der Tanzlmusi zur musikalischen Untermalung spontan den Refrain des Liedes zu den einzelnen Strophen mit – ein besonderes „Zuckerl“ für das Publikum!
Hochberghauser Tanzlmusi
So erfreute auch die Hochberghauser Tanzlmusi mit einer klassischen Instrumentenbesetzung (2 Klarinetten, Gitarre, Akkordeon, Flügelhorn, Bassflügelhorn und Tuba) durch ihr begeisterndes Musizieren. Die 7 Musikantinnen und Musikanten mit starker familiärer Bande um den bekannten Kreisheimatpfleger Manfred Schulz spielen bereits seit mehr als 30 Jahren zusammen mit einer überaus starken volksmusikalischen Präsenz.

In alter Tradition wurde noch gemeinsam das Lied „I gfrei mi aufn Summa“ gesungen.

Als Zugabe spielte die Hochberghauser Tanzlmusi noch zünftig auf. Es war ein sehr unterhaltsamer und musikalisch nicht zu übertreffender Hoagarten, so wie es die Besucher in Geisenbrunn gewohnt sind. Und möchte man von diesem Abend etwas mitnehmen, wie schon eingangs der 1. Vorstand darauf gespannt war, was heute kommen mag, so ist es wohl folgende Weisheit, die uns Willi Großer mit auf den Weg gab, der sagte, dass sich Leut‘ und Musik immer wandeln und verändern werden, dass die Musik heutzutage etwas wilder sein mag, doch dass uns allen, ob Jung oder Alt, eines geraten sein soll: „Tanzt (und musiziert) voller Lebensfreude so lang es geht!“


 

22. Februar 2014 - Couplet- u. Gstanzlsingen

Dieses Jahr fand das beliebte Couplet- und Gstanzlsingen ausnahmsweise nicht traditionell am ersten Samstag im März, sondern schon am 22. Februar 2014 statt. Wie gewohnt war die Veranstaltung in der Gaststätte Geisenbrunn nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt.

Wabach Musi

Eingeladen waren der junge Gstanzlsänger Andi Heindl mit der Wabach Musi aus dem Chiemgau sowie das den Volksmusikfreunden Geisenbrunn aus den Hoagartenveranstaltungen und Musikantenstammtischabenden bestens bekannten Duo Knöpf & Soatn“, Herta Wanner und Horst Huber aus München.

Den Auftakt machte die Wabach Musi mit zwei flotten Stückln. Danach folgte die Begrüßung durch unseren 1. Vorstand Dr. Horst Karmann. Er erwähnte, dass der erst 19-jährige Sebastian Siglbauer von der Wabach Musi dieses Jahr nach seinem Erfolg als Kammer- und Landessieger nun auch Bundessieger im Ausbildungsberuf der Handzug-Instrumentenmacher wurde. Als Gesellenstück hatte er meisterhaft eine komplette Steyrische Ziach gebaut. Als Gratulation war dies einen Sonderapplaus durch das Publikum wert.

Andi Heindl

Der junge Andi Heindl, der schon seit einigen Jahren in Gstanzlsängerkreisen bekannt ist, führte mit seiner erfrischenden Art und seiner Ziach durch den Abend. Zuerst stellte er „seine“ Musikanten Wasti, Korbi und Martin der Wabach Musi vor. Dann spielten sie erfrischend und begeisternd auf, und abwechslungsweise unterhielt er die Volksmusikfreunde mit witzigen Gstanzln und lustigen Gschichtn und begleitete den pfiffigen Gesang mit seiner Steyrischen.
Knöpf&Soatn
Danach stellte sich das Duo „Knöpf & Soatn“ vor. Herta Wanner mit Gitarre und Okarina sowie Horst Huber mit der Steyrischen Ziach unterhielten die Zuhörer mit Couplets und frech-lustigen Liedern. Vor allem die eigenen Arrangements im perfekten Zusammenspiel und Gesang kamen beim Publikum gut an. Es waren auch Lieder dabei, denen das Duo mit gekonnter Pantomime einen besonderen Ausdruck verlieh. Und bei einigen Liedern wurden die Zuhörer mit zündenden Refrains zum Mitsingen animiert. Sogar ein Jodelkurs wurde mit den Anwesenden erfolgreich abgehalten und sorgte für weitere gute Stimmung. Besonders gefallen haben auch das Frosch- und das Sperlingslied.
Nach der Pause stimmte die Wabach Musi auf den zweiten Teil des Abends ein. Zwischendurch gaben Martin und Korbinian, bekannt als das Ziach-Duo Geisreiter/Wühr und Lindl-Preisträger eine musikalische Kostprobe ihres Könnens. Dabei blieb die von ihnen in einer bewundernswerten Präzision gespielte Jubiläumspolka von Heinrich Albrecht in bester Erinnerung.
Knöpf&Soatn
Es folgte das Duo Knöpf & Soatn mit dem beliebten Lied vom Tröpferlbad. Im weiteren Verlauf war das Programm bunt gemischt und in Abwechslung von Gesang und Musik sowohl durch die Wabach Musi als auch durch das Duo „Knöpf & Soatn“. Immer wieder stimmungsvoll aufgelockert wurde der Abend durch das schmissige Gstanzlsingen von Andi Heindl.

Zum Ausklang des gelungenen Abends spielte zur Freude des Abschied nehmenden Publikums die Wabach Musi noch für eine gute Weile weiter auf.